Das Projekt erforscht die Übersetzung als Prozess, orientiert sich aber auch am Produkt. Es zielt darauf ab, die sich daraus ergebenden Kompetenzen bewusst zu machen.

Diese Kompetenzen betreffen hauptsächlich die Fähigkeiten der intralingualen und interlinguistischen Neuformulierung eines Textes, die Fähigkeit, zwischen der expressiven Komponente und der kommunikativen Komponente des Textes zu unterscheiden.

Im Zentrum des Projekts stehen Übersetzungsworkshops, bei denen die Teilnehmer:

mit der Suche nach dem Sinn eines Textes konfrontiert werden, um ihn richtig zu verstehen, gleichzeitig lernen sie die zur Übersetzung notwendigen Werkzeuge kennen. Sie setzen sich aber auch mit der expressiven Komponente literarischer Texte auseinander.

Das Projekt umfasst jedoch auch Workshops zur „kreativen Übersetzung“. Im Ausland geborene Schüler treten in Dialog mit Muttersprachlern oder fortgeschrittenen Italienischlernen. Die Teilnehmer werden in „Experten“ und „kreative Übersetzer“ eingeteilt.

Die Italienischkenntnisse der „Experten“ liegt bei B1, sie lesen Passagen aus literarischen Texten in ihrer Muttersprache vor (z. B. Philippinisch, Moldawisch oder Deutsch). Die Übersetzer beherrschen die Ausgangssprache nicht und befragen die Experten, die ihnen auf Italienisch berichten und erklären, was im Text steht, sinngemäß und expressiv. Die Übersetzer machen daraus eine freie Übersetzung. Die Übersetzung basiert demnach auf der Erzählung der Experten und nicht auf dem detaillierten Verständnis des Ausgangstextes und wird somit das Produkt einer wechselseitigen Sinnsuche.Der literarische Text wird zu einem Kommunikations- und Integrationsmittel, durch das der Leser nicht nur den Inhalt beschreibt, sondern auch seine eigene Weltanschauung vermittelt. Auf diese Weise werden die sprachlichen Fähigkeiten von nicht-muttersprachlichen Schülern verbessert, die das Italienische als Sprache der Kommunikation, aber nicht als Sprache des Studiums oder der Literatur kennen. (Siehe Videos – Traduzionecreativa)

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen muttersprachlichen Schülern und Italienisch sprechenden Schülern zu „erzählten Übersetzungen“ führt. Erstere erklären den Inhalt, letztere sorgen für die entsprechende Expressivität im Italienischen.

Diese Zusammenarbeit schafft die Voraussetzungen dafür, literarische Texte zu einem Werkzeug für zwischenmenschliche und interkulturelle Kommunikation zu machen und sich auseinanderzusetzen, aber auch um eine Brücke zu schlagen, eine Brücke, die sprachliche Grenzen umgeht. Und damit jede Art von Grenzen.

Da eine Übersetzung nicht nur interlinguistische und intralinguale, sondern auch intersemiotische Aspekte hat, können die Schüler in verschiedenen Labors den Text in Musik, Gesten und Bilder umsetzen, immer mit dem Ziel, die individuellen Ausdrucksfähigkeiten zu verbessern.

Das „My-words-Projekt“ hat zwei Phasen. Nach den Workshops werden die von den Schülern übersetzten Texte in einer zweisprachigen Anthologie in elektronischer Form veröffentlicht. Sie wird im ComunEbook Ferrara Digital Verlag erscheinen, ein Verlag, der 2014 durch einen Partnerschaftsvertrag zwischen der Stadt Ferrara und dem Liceo "Antonio Roiti" gegründet wurde.

Die Erstellung von Ebooks, die ganz in Schülerhand liegt, bietet den Schülern die Möglichkeit, die notwendigen IT-Kenntnisse zu erwerben und die Mechanismen von Design, Layout und Produktion im Verlagswesen aus einer breiteren Perspektive heraus zu verstehen.

Die digitale Anthologie, die von den Schülern der drei Partnerschulen – Liceo Roiti, Ariosto Gymnasium, AKG - erstellt wird und ausschließlich auf Open-Source-Software basiert, kann kostenlos auf E-Reader, Tablets, Smartphones und Computer heruntergeladen werden.

Auf diese Weise können die Ergebnisse des Projekts als ein Beispiel für „best practice“ im Bereich der Lehre aus einer interdisziplinären und transnationalen Perspektive präsentiert werden.

In der Anthologie "Meine Worte mit deinen" werden auch Übersetzungsarbeiten veröffentlicht, die sich direkt aus den Werkstätten ergeben haben. Damit wird deutlich, wie wirksam das experimentelle Vorgehen bei der Entwicklung innovativer Praktiken in der didaktischen Übersetzung sein kann.

Übersetzerwerkstätten

Einige kurze Auszügeaus den übersetzten Texten, die in der digitalen Anthologie erscheinen werden.

Estratto